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Rohrisolierung allgemeine Montagerichtlinien
Schrumpf, Toleranzen und Reihenfolge – was Sie vor der Montage wissen sollten
Wer Rohrisolierung montiert, stößt früher oder später auf Fragen, die kein Produktdatenblatt beantwortet. Warum schrumpft die Isolierung manchmal? Warum ist der Durchmesser nicht ganz exakt? Und in welcher Reihenfolge geht man am besten vor? Auf dieser Seite finden Sie rechtliche Hinweise und praxisnahe Antworten – verständlich erklärt.
Inhalt dieser Seite:
- Längenänderung (Schrumpf) von Dämmstoffen
- Produktionstoleranzen bei Rohrisolierung
- Reihenfolge der Isolierarbeiten
1. Längenänderung (Schrumpf) von Dämmstoffen
Bei der Montage von Dämmstoffen aus synthetischem Kautschuk (FEF) und Polyethylen (PEF) ist eine mögliche Längenänderung zu berücksichtigen. Beide Materialien werden im Herstellungsverfahren aufgeschäumt – dabei wird ein Luft- oder Gasgemisch in die Dämmstoffzellen eingeschlossen. Dieses Gas kann über Zeit ausdiffundieren, abhängig von Umgebungsbedingungen und Betriebstemperaturen. Da diese Faktoren variieren, lässt sich der genaue Schrumpfwert nicht pauschal beziffern.
Um Längenänderungen auszugleichen, sollten die Dämmstoffe stets auf Druck verarbeitet werden. Stoß- und Längsnähte sind gemäß den Montageanleitungen mit einem geeigneten Kleber zu verschließen und zu verkleben.
Kann Rohrisolierung schrumpfen?
Ja – aber nicht jede Rohrisolierung ist davon betroffen. Alle aufgeschäumten Isolierungen wie PE oder Kautschuk können schrumpfen – das ist ein bekanntes und normiertes Phänomen, das von vielen Anbietern gerne verschwiegen wird. Der Gesetzgeber ist sich dessen bewusst und hat entsprechende Toleranzen festgelegt.
Warum schrumpft eine Rohrisolierung?
Die Ursache liegt im Herstellungsprozess. Kautschuk und PE werden durch Extrusionsmaschinen geführt, erhitzt und durch eine Düse gepresst, um die typische Röhrenform zu erhalten. Dabei entstehen die charakteristischen Bläschen im Material.
Stellen Sie sich einen Gummi vor, der über einen großen Gegenstand gespannt wurde. Sobald die Spannung nachlässt, zieht er sich zusammen – das Prinzip ist dasselbe. Das Schrumpfen ist dabei so gering, dass es in der Breite kaum messbar ist. Es macht sich fast ausschließlich in der Länge bemerkbar.
Wichtig: Nur flexible, aufgeschäumte Rohrisolierungen wie Kautschuk und PE sind betroffen. PUR-Rohrisolierung ist zwar ebenfalls aufgeschäumt, aber so hartgeschäumt, dass Längenänderungen im nicht wahrnehmbaren Bereich liegen.
Kann man das Schrumpfen verhindern?
Vollständig verhindern lässt es sich nicht – aber mit der richtigen Verarbeitung hält man es sehr gering. Folgende Punkte sollten Sie dabei beachten:
- Nur bei abgekühlten Heizrohren montieren – Wärme beschleunigt das Schrumpfen.
- Die Enden mit geeignetem Kleber verkleben und verschließen.
- Alle Stöße zusätzlich mit passendem Klebeband umwickeln.
- Das Material stets auf Druck verarbeiten, um Längenänderungen auszugleichen.
Gibt es Alternativen, die nicht schrumpfen?
Ja – wenn Schrumpf für Ihre Anwendung ein Problem darstellt, empfehlen sich diese Materialien:
- PUR-Rohrisolierung (Hartschaum) – starr, formstabil, kein messbarer Schrumpf.
- Mineralwolle-Rohrisolierung – ebenfalls schrumpffrei, zusätzlich nicht brennbar.
2. Produktionstoleranzen bei Rohrisolierung
Wenn Sie bemerken, dass der Innendurchmesser einer Rohrisolierung etwas größer ist als erwartet, ist das kein Fehler – sondern Absicht. Würde die Isolierung im geschlossenen Zustand exakt auf das Rohr passen, wäre sie im aufgezogenen Zustand praktisch unmöglich zu montieren. Auch Press- und Lötstellen könnten mit einem exakten Durchmesser nicht mehr nachträglich isoliert werden.
Ein leicht größerer Innendurchmesser ist daher kein Nachteil, sondern eine technische Notwendigkeit. Bitte beachten Sie außerdem: Rohrisolierung ist kein Dekorationsmaterial – leichte Farbabweichungen zwischen Chargen sind produktionsbedingt möglich und kein Reklamationsgrund.
Auszug aus der EN 14313-210-3
Stellungnahme eines Herstellers zu den Toleranzen
Bei der Montage von Dämmstoffen aus synthetischem Kautschuk (FEF) und Polyethylen (PEF) ist eine Längenänderung zu berücksichtigen. Da die Materialien im Herstellungsverfahren aufgeschäumt werden, wird Luft- bzw. Gasgemisch in die Dämmstoffzellen eingeschlossen. Dieses kann nach einer bestimmten Zeit ausdiffundieren – abhängig von Umgebungsbedingungen und Betriebstemperaturen. Eine genaue Definition der Längenänderung lässt sich daher nicht pauschal formulieren. Um diese auszugleichen, sollten Dämmstoffe auf Druck verarbeitet werden. Stoß- und Längsnähte sind gemäß Montageanleitung mit einem geeigneten Kleber zu verkleben und zu verschließen.
3. Reihenfolge der Isolierarbeiten
Eine durchdachte Reihenfolge spart Zeit und sorgt für ein dauerhaft dichtes Ergebnis. Halten Sie sich beim Montieren an diese drei Grundregeln:
- Heizungsanlage vorher ausschalten. Warme Rohre lassen die Isolierung schneller schrumpfen – besonders bei PE und Kautschuk. Warten Sie, bis die Rohre vollständig abgekühlt sind.
- Erst gerade Stücke, dann Bögen. Beginnen Sie immer mit den geraden Rohrabschnitten und verkleben Sie diese vollständig. Die Bögen werden erst danach isoliert – so vermeiden Sie Spannungen an den Übergängen.
- Stöße kleben und zusätzlich mit Klebeband sichern. Kleber allein reicht langfristig nicht immer aus – er kann sich mit der Zeit verflüchtigen. Sichern Sie deshalb alle Stöße zusätzlich mit geeignetem Klebeband. Das gilt für Längs- und Querstöße gleichermaßen.
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